Der Genter Altar, ein um 1432 von Jan van Eyck und wahrscheinlich dessen Bruder Hubert geschaffener Höhepunkt mittelalterlicher Malerei, wird derzeit der umfassendsten Konservierung seit mehr als einem Jahrhundert unterzogen. Die Entscheidung für eine vollständige Entfernung aller Übermalungen wird durch wissenschaftliche Argumente untermauert: Belgische Forscher berichten in der Zeitschrift Angewandte Chemie, wie sie mit „chemischen Landkarten“ die originalen Farbschichten unterhalb der übermalten Gemäldeoberfläche sowie deren Zustand veranschaulichen.

Nach einer wechselvollen Geschichte steht der fast 4 m breite und mehr als 3 m hohe Flügelaltar in der St.-Bavo-Kathedral...
Die Plasmamembran ist eine Schaltstelle für Signalkaskaden, die wichtige Zellprozesse kontrollieren. Sie ist allerdings ein sehr fluides Medium, was die Erforschung solcher Vorgänge schwierig macht. Deutsche Wissenschaftler haben jetzt eine molekulare „Malpinsel”-Technik entwickelt, mit der sie Signalkaskaden steuern und beobachten können. Wie sie in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, konnten sie mit ihrem modularen System aus membranverankerten, lichtaktivierbaren molekularen Bausteinen Kontraktionsmuster in lebenden Zellen gezielt auslösen und beobachten.

Die Plasmamembran umschließt als Lipidbarriere jede einzelne Zelle. Membranproteine regeln und kontrollieren d...
Eine neue Methode könnte die Erforschung von Entwicklungsstörungen des Gehirns einen wichtigen Schritt voranbringen. Das zeigt eine aktuelle Studie an der Universität Bonn. Die Forscher untersuchten darin die Entstehung eines seltenen angeborenen Gehirn-Defekts. Sie überführten dazu Hautzellen von Patienten in so genannte „Alleskönner“-Stammzellen. Aus diesen generierten sie dann Hirn-Organoide – dreidimensionale kleine „Gewebe-Klümpchen“, deren Aufbau dem des menschlichen Gehirns ähnelt. Die Arbeit ist nun in der Zeitschrift „Cell Reports“ erschienen. ACHTUNG SPERRFRIST: Nicht vor Dienstag, 4. April, 18 Uhr MESZ veröffentlichen!

Mit Hilfe von Humanzellen in der...
Pflanzenpollen und Pilzsporen finden sich überall in der Luft, auch in Höhen über 2000 Metern. Das berichten Forscherinnen und Forscher des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München (TUM) gemeinsam mit griechischen Kollegen im Fachmagazin ‚Scientific Reports‘. Bisher ging man davon aus, dass solche Allergenträger vor allem dort vorkommen, wo sie freigesetzt werden, nämlich in der Nähe des Bodens.

Jeder fünfte Europäer leidet heute unter Allergien – Tendenz steigend. Pflanzenpollen und Pilzsporen tragen einen nicht unerheblich dazu bei. Um die Betroffenen rechtzeitig auf eine entsprechende Belastung vorzubereiten, werden mancherorts die Konzent...
Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (IPK) hat das Roggengenom entschlüsselt. Die veröffentlichte Roggensequenz schließt eine Lücke in der Getreideforschung. Als Ergebnis seiner Zusammenarbeit stellt das Forschungsteam damit eine Ressource für vergleichende Genomanalysen, die Analyse der Funktionen wichtiger Gene und damit für die genombasierte Präzisionszüchtung verbesserter Getreidesorten zur Verfügung.

Die Getreideart Roggen (Secale cereale L.) ist eine Vertreterin der Triticeae, einer Gruppe von Süßgräsern, die neben Roggen auch die verwandten Getreidearten Brotwei...
Eine steigende Zahl von Krebsfällen im Rachenraum gilt als Folge einer Infektion mit humanen Papillomviren (HPV). Wissenschaftler/innen im Deutschen Krebsforschungszentrum fanden nun heraus, dass ein Bluttest auf bestimmte Antikörper gegen HPV gefährdete Personen identifizieren kann – mit einer einzigen Untersuchung und bereits mehr als zehn Jahre vor der Krebsdiagnose.

Krebs des Rachenraums tritt immer häufiger auf: Allein in den USA hat sich die Neuerkrankungsrate innerhalb der letzten drei Jahrzehnte verdreifacht. Etwa 70 Prozent dieser Tumoren werden durch eine Infektion mit dem humanen Papillomvirus (HPV) Typ 16 verursacht.

Tim Waterboer und seine Kollegen im Deutsch...
Noch ist das Kelvin buchstäblich auf Wasser gebaut – genauer: auf dem Tripelpunkt von Wasser. Damit ist die Basiseinheit der Temperatur abhängig von einem Material, dessen Eigenschaften schwanken können. Doch das wird sich ändern. Im Herbst 2018 wird das Kelvin, genauso wie alle anderen Einheiten im Internationalen Einheitensystem (SI), auf das feste und unverrückbare Fundament von Naturkonstanten gestellt. Beim Kelvin ist das die Boltzmann-Konstante. Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben sie jetzt mithilfe eines Dielektrizitätskonstanten-Gasthermometers so genau bestimmt, dass einer Neudefinition der Temperatureinheit Kelvin nichts mehr im Wege steht...
Ein neu entwickelter Wirkstoff tötet gezielt den Erreger der Schlaf- und der Chagas-Krankheit. Das berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München gemeinsam mit Kollegen der Technischen Universität München und der Ruhr Universität Bochum in ‚Science‘. Der Trick dabei: Die Forscher konnten zunächst durch Einsatz modernster Verfahren der Strukturbiologie die Achillesferse des Parasiten ausmachen und dann einen passgenauen Wirkstoff entwickeln.

Bohrkörper, so heißen Trypanosomen aus dem Griechischen übersetzt. Die einzelligen Parasiten sind für verschiedene Erkrankungen vor allem in Lateinamerika und Afrika verantwortlich. Berühmtestes Bei...
Biophysiker der Ruhr-Universität Bochum haben ein Verfahren etabliert, mit dem sie Biomarker zur Diagnose verschiedener Krebsarten identifizieren können. Mit einer speziellen Form der Infrarot (IR)-Spektroskopie detektieren die Forscher Tumorgewebe in einer Biopsie oder Gewebeprobe automatisch und markerfrei. Anders als bei den derzeit in der Pathologie angewandten markerbasierten Verfahren bleibt das Gewebe dabei unbeschadet. So kann es anschließend besser detaillierten Proteinanalysen unterzogen werden. Anhand von Gewebeproben von Patienten, die an Lungen- und Brustfellkrebs litten, identifizierten die Forscher Protein-Biomarker, die charakteristisch für die untersuchten Krebsarten sin...
Chemiker der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben eine Methode entwickelt, um die giftige Wirkung kommerzieller Zigaretten zu senken. Obwohl laut Weltgesundheitsorganisation WHO jedes Jahr etwa 6 Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums sterben, wächst die Zahl der Raucher weltweit. Die Zahl der Todesfälle durch Tabakkonsum entspricht einem Wert, als würde stündlich ein Passagierflugzeug abstürzen. Im Jahr 2016 konnte die Tabakindustrie, laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes, allein in Deutschland mit dem Verkauf von Zigaretten einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro erzielen.

Tabakrauch enthält nahezu 12.000 verschiedene Bestandteile, darunter neben...
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