Uwe Rinner leitet den Bachelor-Studiengang Applied Chemistry an der IMC Fachhochschule Krems. Der gebürtige Steirer graduierte an der Technischen Universität Graz und schrieb seine Doktorarbeit an der University of Florida in „Organic Chemistry“. Hier beschreibt er auf verständliche und teilweise humorvolle Weise die Wirkungsweise von Desinfektionsmitteln und warum man die chemische Beschaffenheit von Viren und Bakterien dabei kennen muss und erklärt die wichtige Rolle von Chemikerinnen und Chemiker in Zeiten einer Pandemie.

Hygienemaßnahmen spielen eine zentrale Rolle

Viren und andere Krankheitserreger begleiten die Menschheit seit jeher. Entsprechend unseres W...
Die EFSA hat die gesundheitlichen Risiken bewertet, die von Gemüse ausgehen, das mit Listeria-Bakterien kontaminiert ist und vor dem Einfrieren blanchiert (in heißem Wasser oder Dampf gebrüht) wird. Die Agentur gelangte zu dem Schluss, dass die Risiken im Zusammenhang mit dem Verzehr dieser Erzeugnisse geringer sind als bei verzehrfertigen Lebensmitteln wie geräuchertem Fisch, gekochtem Fleisch, Wurstwaren, Pasteten und Weichkäse, die in der Regel mit einer Listerien-Kontamination in Verbindung gebracht werden.

Lebensmittelunternehmer blanchieren Gemüse oft, bevor sie es einfrieren, weil dadurch Enzymwirkungen unterbunden werden, die zu Geschmacks-, Farb- und Texturverlust führ...
Die Dauer ihrer Momentaufnahme verhält sich zu einer Sekunde wie diese Sekunde zum Alter des Universums: Physiker vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben mit der ultraschnellen Vektormikroskopie eine Möglichkeit entwickelt, elektrische Felder an Oberflächen zeitlich und räumlich hochaufgelöst zu bestimmen. Diesen Durchbruch in der Nanooptik veröffentlicht das renommierte Fachmagazin „Science“ in seiner aktuellen Ausgabe.

Wechselwirkungen zwischen Licht und Materie sind die Grundlage der Nanooptik. Forscher, die sich mit ihr beschäftigen, können mithilfe spektroskopischer und mikroskopischer Verfahren Eigenschaften und Zustände w...
Die Struktur von Enzymen entscheidet darüber, wie sie lebenswichtige Vorgänge wie etwa die Verdauung oder die Immunabwehr steuern. Denn die Eiweißverbindungen sind nicht starr, sondern können über bewegliche „Scharniere“ ihre Form verändern. Welche Form Enzyme einnehmen, kann davon abhängen, ob ihre Struktur im Reagenzglas oder in der lebenden Zelle gemessen wird. Das haben Physikochemiker der Universität Bonn an YopO, einem Enzym des Pesterregers, herausgefunden. Dieses grundlegende Ergebnis, das nun im Journal „Angewandte Chemie“ veröffentlicht wurde, ist potenziell auch für die Wirkstoffforschung interessant.

Proteine sind in allen lebenden Zellen enthalten und f...
Neue Erkenntnisse zu den Eigenschaften von Wasser hat ein internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Martina Havenith von der Ruhr-Universität Bochum auf molekularer Ebene gewonnen. In der Zeitschrift Angewandte Chemie beschreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Interaktionen von drei Wassermolekülen mit zuvor unerreichter Genauigkeit. Die Ergebnisse helfen, die Energielandschaft der Wassermoleküle und somit auch ihre Eigenschaften besser zu verstehen und unter bestimmten, auch extremen Bedingungen vorhersagen zu können. Der Artikel ist am 19. April 2020 online erschienen.

Obwohl Wasser auf den ersten Blick eine denkbar einfach aufgebaute Flüssigkeit zu sein sch...
Zwei Zelltypen in der Nase sind wahrscheinlich die ersten Eintrittspforten für das neue Coronavirus. Anhand von Daten aus dem Human Cell Atlas haben Forscher*innen bei Becherzellen und Flimmerepithel in der Nase besonders viele der Proteine entdeckt, die SARS-CoV-2 nutzt, um in unsere Zellen zu gelangen.

Dass Forscher*innen des Wellcome Sanger Institutes, des Universitätsklinikums Groningen, der Universität Cote d'Azur und des CNRS in Nizza und ihre Kolleg*innen des Human Cell Atlas Lung Biological Network diese Zellen identifiziert haben, könnte zur Erklärung der hohen Übertragungsrate von SARS-CoV-2 beitragen.

Die erste Veröffentlichung mit dem Lung Biological Network ...
Die menschliche Nase kann flüchtige organische Moleküle, die nur kurze Zeit in der Atmosphäre überleben, viel besser erkennen als solche, die länger in der Luft bleiben.

Der Geruchssinn ist einer unserer ältesten Sinne. Das Riechen war schon immer eine der wichtigsten Formen der Interaktion der Menschen mit der Umwelt und ein wesentliches Mittel, um Nahrung zu finden und Gefahren zu identifizieren. Die menschliche Nase nimmt jedoch nicht alle Duftstoffe in der Luft gleich gut wahr. Duftstoffe sind zumeist flüchtige organische Verbindungen wie Alkohole, Aldehyde, Ester und Ketone. Buttersäureethylester beispielsweise bildet den typischen Ananasgeruch und kommt in vielen Frücht...
Als die Vorfahren heutiger Menschen vor etwa 50.000 Jahren Afrika verließen, trafen sie auf Neandertaler. Dieses Aufeinandertreffen führte zu einer Vermischung beider Gruppen. Zwei Prozent der DNA von heute außerhalb Afrikas lebender Menschen stammt von dieser Neandertaler-Population ab. Eine großangelegte Studie von Forschenden der Universität Aarhus in Dänemark, gemeinsam mit deCODE genetics in Island und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat anhand der Genome von 27.566 heutigen Isländerinnen und Isländern untersucht, welche Teile in ihrem Erbgut von Neandertalern stammen und welchen Effekt diese haben.

Heute außerhalb Afrikas lebende Mens...
Blütenfarben, Duftstoffe oder Substanzen, die sich therapeutisch nutzen lassen – oft sind es nur winzige Varianten im Erbgut, die dafür ausschlaggebend sind, welche Merkmale ein Organismus ausprägt. Die Fahndung nach solchen Varianten gestaltet sich oft wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie veröffentlichen jetzt in Nature Genetics eine Methode, mit der sich solche Genvarianten selbst bei Arten aufspüren lassen, deren Erbgut noch nicht vollständig entziffert ist.

Statt vom gesamten „Text“ des Erbguts her zu suchen, spüren sie gezielt Unterschiede auf und tasten sich von da aus vor zu Genen und Eigensch...
Veränderungen in Proteinen können die Ursache für Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson sein. Zwei neue Projekte in der Proteinforschung der RUB sollen die Analyse im Hochdurchsatz treffsicherer und schneller machen. Die Medizinische Fakultät der RUB fördert in ihrem Forum-Förderprogramm die Vorbereitung einer breiteren Datenbasis zum Abgleich veränderter Proteine mit rund 66.000 Euro. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt 230.000 Euro für ein darauf aufbauendes Projekt, in dem Deep-Learning-Methoden helfen sollen, die Proteinerkennung effizienter zu machen.

Erkannt wird nur, was in der Datenbank ist

Die Massenspektrometrie ist eine Stan...
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